Die Adventszeit verändert jedes Jahr das Bild von Weiler: Rituale, kirchliche Feiern und sichtbare Zeichen gelebter Tradition rücken stärker in den Blick und zeigen, welche Rolle die Kirche im Ortsleben spielt. Zwischen festlichen Gottesdiensten, musikalischen Feiern und vertrauten Vorbereitungen entsteht eine Atmosphäre, in der selbst unscheinbare Details eine eigene Geschichte erzählen. Gerade dann lohnt es sich, die vertrauten Orte mit neuen Augen zu betrachten und jene Spuren zu entdecken, die den Glauben und seinen Ausdruck im öffentlichen Raum sichtbar machen:
In der Vorweihnachtszeit steht die Pfarrkirche im Zentrum des Ortsgeschehens.
Stiftungsfest des Musikvereins und Cäcilientag des Kirchenchors stimmen in den festlichen Gottesdiensten auf die besinnliche Zeit ein. Die Heimatfreunde bauen pünktlich zum 1. Advent die Weihnachtskrippe in der Kirche auf und die Gemeinde stellt eine Reihe von Weihnachtsbäumen auf. Alles steht im Zeichen des Kreuzes Christi.
Von den wenigsten wird allerdings auch ein Kreuz an der Außenmauer der Kirche an der Einmündung der Kirchstraße in die Hildegardisstraße wahrgenommen. Es wurde dort Ende 19. Jahrhundert als Erinnerung an eine Volksmission angebracht. In unserer Gegend ist es üblich, außen am Chor einer katholischen Kirche ein Kreuz anzubringen als Hinweis für den Vorübergehenden auf die sakrale Gegenwart Christi im Gotteshaus. Üblich ist es auch, aus dem gleichen Grund Kreuze auf das Dach des Chores und auf die Spitze des Kirchturms zu setzen. Das ist meist mit einem Wetterhahn gekrönt. Das Kreuz auf dem Kirchturm wurde bei der Turmreparatur 1964, das auf dem Chor bei der Reparatur des Kirchendaches 1949 wiederhergestellt.
Das alles und noch viel mehr ist nachzulesen in den Heimatnachrichten der Gesellschaft der Heimatfreunde Weiler.
Quelle
Hermann J. Stipp, Heimatnachrichten Heft 4, 1984
Aufgearbeitet von Erwin Owtscharenko